UPDATE Waffeverbotszone: Neue „gefährliche Orte“

Update Weapon prohibition zone: new “gefährliche Orte”

*English below*

 

Heute erreichte uns die Beantwortung der Anfrage bezüglich der gefährlichen Orte in Leipzig: http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=15402&dok_art=Drs&leg_per=6&pos_dok=1&dok_id=undefined.

Daraus ergibt sich, dass die (nur durch polizeiliche Lageeinschätzungen) kategorisierten „gefährlichen Orte“ im Vergleich zu der Zeit vor der Errichtung der Waffenverbotszone im Raum der Eisenbahnstraße (https://copwatchleipzig.home.blog/verdachtsunabhangige-kontrolle-nicht-gefallen-lassen/ und https://kleineanfragen.de/sachsen/6/14914-gefaehrliche-orte-in-sachsen-iii-quartal-2018-nachfrage-zur-kleinen-anfrage-in-drs-6-11201) geändert haben.

Dies betrifft die Straßenzüge: „ ‚Ludwigstraße‘(mit Teilbereichen der Eisenbahnstraße, Mariannenstraße, Bussestraße, Einertstraße, Hedwigstraße und Ludwigstraße); ‚Rabet‘(mit Teilbereichen der Hermann-Liebmann—Straße, Konradstraße, Eisenbahnstraße, Einertstraße und Rabet)

Weiter heißt es in der Antwort, dass diese Orte derzeit „maßnahmenrelevant“ seien, jedoch nicht angenommen werden könne, dass nur an diesen Straßenzügen Identitätsfeststellungen verdachtsunabhängig vernommen werden dürfen. Uns erschließt sich nicht, wie dann Personenkontrollen an anderen Orten gerechtfertigt sind – bedarf es nach dem Polizeigesetz (§ 19 I SächsPolG) doch eben genau der Erfüllung einer Voraussetzung wie der Verursachung Gefahr, Störung oder dem Aufenthalt an einem oben genannten Ort.

Die Auslegung der Eingriffsvoraussetzungen sowie die undurchsichtige Kategorisierung kann zwar nicht dem Bestimmtheitsgrundsatz, der aus dem Rechtsstaatsprinzip folgt, genügen. Auch gibt es durch die uneindeutige Antwort der Staatsregierung Rechtssicherheit für Bürgerinnen und Bürger. Dennoch werden Kontrollen (im ersten Monat wohl schon über 384: http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Vier-Wochen-Waffenverbotszone-in-Leipzig-20-Messer-entdeckt) weiter stattfinden und es wird durch diese unklare Rechtslage kaum die faktische Möglichkeit geben, sich in dem Moment der polizeilichen Maßnahme zu entziehen. Daher ist es wichtig, dass ihr uns von euren Erfahrungen berichtet und, falls ihr das möchtet, mit uns zusammen im Nachhinein juristisch gegen diese Grundrechtseingriffe vorgeht.

Die Sinnlosigkeit der Waffenverbotszone lässt sich nach ersten Erfahrungen nur weiter bestätigen. Bei den 384 in den ersten 4 Wochen kam es nur zu insgesamt 17 Verstößen gegen das Waffengesetz bzw. die Verordnung der Waffenverbotszone. Wie viele Arbeitsstunden der Polizei da wohl drauf gegangen sind, wie viel Geld der Steuerzahler*innen und wie viele diskriminierende Kontrollen (racial profiling) können wir nur mutmaßen. Klar ist allerdings, dass es zu viele sind und die Maßnahme absolut nicht geeignet ist die wirklichen sozialen Probleme der Eisenbahnstraße zu lösen. Dafür spricht sowohl die Verschiebung zur direkt angrenzenden Ludwigstraße (siehe Anfrage) und zur Zweinaundorferstraße. Außerdem konnte sie auch die körperliche Auseinandersetzung, bei der auch ein „spitze[r] Gegenstand“ zum Einsatz kam (vgl. http://www.lvz.de/Leipzig/Polizeiticker/Polizeiticker-Leipzig/Erste-Bluttat-in-der-Leipziger-Waffenverbotszone) nicht verhindern.

 

*English*

 

Today we received the answer to the question concerning the dangerous places in Leipzig: http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=15402&dok_art=Drs&leg_per=6&pos_dok=1&dok_id=undefined.

The result is that the “dangerous places” categorised (only by police assessments) have changed in comparison to the time before the establishment of the weapons prohibition zone in the area of Eisenbahnstraße (https://copwatchleipzig.home.blog/verdachtsunabhangige-kontrolle-nicht-gefallen-lassen/ and https://kleineanfragen.de/sachsen/6/14914-gefaehrliche-orte-in-sachsen-iii-quartal-2018-nachfrage-zur-kleinen-anfrage-in-drs-6-11201).

This concerns the streets: ” ‘Ludwigstraße’ (with parts of Eisenbahnstraße, Mariannenstraße, Bussestraße, Einertstraße, Hedwigstraße and Ludwigstraße); ‘Rabet’ (with parts of Hermann-Liebmann-Straße, Konradstraße, Eisenbahnstraße, Einertstraße and Rabet)”.

The answer further states that these places are currently “relevant to measures” but that it cannot be assumed that identity findings can only be heard on these streets independently of suspicion. It is not clear to us how then person controls at other places are justified – according to the police law (§ 19 I SächsPolG) it requires exactly the fulfilment of a condition like the causation of danger, disturbance or the stay at a place mentioned above.

The interpretation of the preconditions for intervention and the opaque categorisation cannot satisfy the principle of certainty, which follows from the principle of the rule of law. The ambiguous response of the state government also provides legal certainty for citizens. Nevertheless, controls (in the first month probably already over 384: http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Vier-Wochen-Waffenverbotszone-in-Leipzig-20-Messer-entdeckt) will continue to take place and there will be by this unclear legal situation hardly the factual possibility to evade in the moment of the police measure. Therefore it is important that you report us from your experiences and, if you would like that, together with us afterwards legally against these fundamental right interferences proceed.

The pointlessness of the Waffenverbotszone can only be confirmed by initial experience. During the 384 in the first 4 weeks, there were only 17 violations of the Weapons Act or the Ordinance of the Weapons Prohibition Zone. We can only guess how many hours the police worked, how much taxpayers’ money and how many discriminatory controls (racial profiling). However, it is clear that there are too many and that the measure is absolutely not suitable to solve the real social problems of the railway road. This is supported by the shift to the directly adjacent Ludwigstraße (see inquiry) and to the Zweinaundorferstraße. In addition, it could not prevent the physical confrontation, in which also a “pointed object” was used (see http://www.lvz.de/Leipzig/Polizeiticker/Polizeiticker-Leipzig/Erste-Bluttat-in-der-Leipziger-Waffenverbotszone).

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